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Feinleder

Ihrer außerordentlichen mannigfaltigen Verwendung entsprechend, trägt die Herstellung von Feinleder aus Kalb-, Schaf- und Ziegenfellen sowie aus Häuten zahlreicher Seetiere, und selten Eidechsen-, Schlangen-und Krokodilhäuten sowie Vogelbälgen in unterschiedlichen Farbtönen Rechnung.

Bei der Einarbeitung erhält dieses Rohmaterial eine intensive Äscherung, eine vollständige Entkälkung und anschließend eine normale Beize. In süßen Brühen wird mit mildwirkenden pflanzlichen oder auch mit hellfärbenden synthetischen Gerbstoffen die Gerbung vorgenommen. Soweit hierfür bereits vorgegerbte ausländische Leder für die Verarbeitung zu Feinleder vorgesehen sind, erhalten diese nach Auswaschen und teilweiser Entgerbung noch eine entsprechende Nachgerbung. Die Fettung wird im Lickerverfahren durchgeführt, die anschließende Färbung erfolgt im Faß, meist mit anionischen sauren Farbstoffen, die Zurichtung wird auf die jeweils herzustellende Lederart ausgerichtet:

  • Färbungen im Bürstverfahren
  • Antik- und Schattenfärbungen
  • natürlicher Narben glatt oder gekrispelt
  • gepresste Narbenbilder mannigfachster Art
  • Imitationen besonders hochwertiger Leder wie Krokodil-,- Eidechsen- und Schlangenleder

Saffianleder

Eine große Rolle spielt in der Lederwarenindustrie das in verschiedenster Art hergestellte Ziegenleder. Für günstige Ware werden leicht beschädigte Felle mit Deckfarben überspritzt und mit einem künstlichen Narben geprägt. Im Unterschied zu diesem pressnarbigen Ziegenleder werden einwandfreie Leder besonders mechanisch zugerichtet. Nach einer entsprechenden Vorbehandlung der Felle und Führung der Gerbung, die vielfach mit Sumach erfolgt, werden diese Saffianleder gekrispelt oder levantiert, wobei der Narben besonders herausgearbeitet wird. So behandelte Leder ergeben ein festes, zähes Material für die verschiedensten Lederwaren. Aus Schaffellen hergestellte Leder dieser Art werden als „unechtes Saffian“ gehandelt.

Maroquinleder

Maroquinleder sind Leder aus nordafrikanischen oder Kap-Ziegen, ähnlich wie Saffiane gearbeitet, die ein besonders grobes, körniges Narbenbild aufweisen; die Gerbung erfolgt vorwiegend in Sumachbrühen, evtl. mit synth. Gerbstoff. Ähnlich in der Herstellung sind die Ecrase-Leder, doch wird nach dem Herausarbeiten des Korns anschließend glanzgestoßen und unter hohem Druck heiß gebügelt, so dass die Leder Hochglanz zeigen und vollkommen glatt sind. Durch Tamponieren oder Farbspritzen erreicht man hierbei zusätzlich sehr interessante Effekte.

Leder dieser Art, also zusammengefasst unter Feinleder, finden nicht nur in der Lederwarenindustrie Verwendung, sondern auch als Buchbinderleder. Für diesen Zweck allerdings müssen sie dünner gehalten werden; die Leder werden ausgefalzt oder auf die erforderliche Dicke ausgespalten.

Vor allem wegen seiner Haltbarkeit wird das Schweinsleder als Buchbinderleder sehr geschätzt. Am geeignetsten und haltbarsten erweisen sich aber Ziegenleder. Häufig werden auch Narbenspalte für die Herstellung von Buchleder eingesetzt und auch zum überziehen von Kassetten usw.


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lederarten/feinleder.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 12:00 (Externe Bearbeitung)