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Handschuhleder

Handschuhleder

Handschuhleder kann aus den verschiedensten Rohmaterialien und in den verschiedensten Gerbungsarten hergestellt sein. Stets handelt es sich bei dieser Lederart um ein dünnes, geschmeidiges und zügiges, weißes oder gefärbtes Leder, mit ausreichender Zug- und Stichausreißfestigkeit. Die Zügigkeit und Weichheit wird nur dann abnehmen wenn die Handschuhleder für den technischen Bereich erzeugt werden. (Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr)

Für die Erzeugung von Handschuhleder kommen Lamm-, Zickel- und Schaffelle, daneben Reh-, Hirsch- und Rentierfelle, auch Schweinshäute in Frage. Während die pflanzliche Gerbung für die Handschuhlederherstellung nur eine geringe Rolle spielt, haben neben reiner Chromgerbung, kombinierten Chromgerbverfahren und Sämischgerbung auch heute noch die Glacégerbung und damit kombinierte Gerbverfahren Bedeutung.

Handschuhleder

Als das klassische Handschuhleder ist wohl das Glacéleder anzusprechen, das vorwiegend aus Lamm- und Zickelfellen gearbeitet wird. Nach den normalen üblichen Vorarbeiten erhalten die Felle einen intensiven Äscher mit Beize, um durch einen guten Aufschluss die für Leder dieser Art erwünschte Weichheit und Zügigkeit zu erreichen; anschließend werden die Blößen mit einer Gare, bestehend aus Alaun, Kochsalz, Mehl und Eigelb ausgegerbt, dann aufgetrocknet und bleiben alsdann vor der Zurichtung längere Zeit in der Borke liegen. Nach erneutem Anfeuchten und Stollen werden die Felle alsdann broschiert, d.h. in warmem Wasser geweicht und anschließend auf der Tafel früher mit natürlichen, jetzt mit sauren oder Substantiven Farbstoffen mit der Bürste nach vorangegangener Beize bearbeitet. Da man jedoch der ungefärbten Fleischseite nicht mehr so viel Bedeutung zumisst, zieht man das Färben im Faß vor. In diesem Falle bekommen die Leder vorher eine leichte Chromnachgerbung, wodurch die Färbung schöner und die Wasserfestigkeit des Leders verbessert wird. Nach dem Auftrocknen und erneutem Stollen erhalten die Leder noch einen Lüsterauftrag, der aus einem Gemisch aus. Fetten .und Wachsen besteht.

Rein chromgare Handschuhleder-Nappaleder

In den Handel kommen heute in großem Umfang rein chromgegerbte Handschuhleder aus Lamm-, Zickel-, Schaf-, Kalbfellen und Schweinshäuten. Weichheit und Zügigkeit werden hierbei durch einen längeren Kalkäscher und eine intensive Beize erreicht. Von der Färbung, die im Faß durchgeführt wird, wird eine gute Reibechtheit verlangt. In gewissen Fällen erfolgt eine Abdeckung des Leders mit Nitro- oder Binderdeckfarben.

Chairleder

auch Dänischleder oder Schwedischleder genannt, bezeichnet man ein auf der Fleischseite durch Schleifen zugerichtetes Glacéleder aus Zickel- oder Lammfellen.

Mochaleder

Glacégare, meist nachchromierte Zickel-, Lamm- oder Gazellenleder, bei denen ähnlich wie bei gewissen Oberledern der beschädigte Narben tuchartig matt abgeschliffen ist, bezeichnet man als Mocha-Leder. Das Schleifen erfolgt in diesem Falle nach dem Broschieren vor dem Färben in feuchtem Zustand.

Sämischgare Handschuhleder

werden meist aus Hirsch-, Reh- oder Rentierfellen, in Alt- oder Neusämischgerbung auch mit der sog. Immergangerbung, naturfarben und gefärbt hergestellt.

Schweißleder Hut- und Mützenschweißleder

In die Gruppe der Bekleidungsleder ist auch das Hut- und Mützenschweißleder aufzunehmen. Derartige Leder liegen als pflanzlich-, oft auch als komb. gegerbte Schaf-, Bastard-, Ziegenleder, vorwiegend als Schafsnarbenspalt, vor. Zur Erreichung eines guten Saugvermögens erhalten sie eine mäßige Gerbung und ebenso eine mäßige Fettung. Vor allem muss darauf hingearbeitet werden, dass diese Leder keine zu hohen Einlagerungen an Mineralstoffen oder auswaschbaren Stoffen enthalten. Auch müssen sie freigehalten werden von für die Lederfaser schädlich wirkenden freien Säuren, sowie von sonstigen hautreizenden Stoffen. Um beim Gebrauch dieser Leder ein Durchschlagen des Schweißes zu vermeiden, werden sie in geeigneter Weise zugerichtet. An Leder für Innenfutter von Schutzhelmen, sog. Helmschweißleder (sie werden eingesetzt bei Feuerwehr- und Stahlhelmen), werden die gleichen Anforderungen gestellt.

Glacéleder

Glacéleder, aus Lamm-, Zickel- und Ziegenfellen hergestellt, besitzen neben Fülle und Weichheit eine große Zügigkeit, milden Griff, Reinheit und einen gewissen Glanz des Narbens. Die intensiv geäscherten, enthaarten und gebeizten Felle werden mit einer aus Alaun, Kochsalz, Mehl und Eigelb bestehenden Gare ausgegerbt, aufgetrocknet und bleiben vor der Zurichtung längere Zeit in der „Borke„ liegen. Nach Anfeuchten und Stollen werden die Felle brochiert, und erhalten anschließend eine Eigelbnachgare. Das Färben erfolgt auf der Tafel mit weicher Bürste, mit natürlichen Farbstoffen nach vorherigem „Beizen“ und nachträglicher Behandlung mit fixierenden Metallsalzlösungen, oder aber mit sauren oder Substantiven Anilinfarbstoffen. Da ein waschbares Glaceleder auf diese Weise nicht erhalten werden kann, werden farbige Glacéleder durch Chromierung der brochierten Leder, weißbleibende Glacéleder durch eine Nachbehandlung mit geeigneten Hilfsmitteln waschbar gemacht. Chromierte Glacéleder können auch in der Flotte gefärbt werden.

Nach Auftrocknen und Stollen wird auf schwarze Glacéleder ein Lüster aus Fetten und Wachsen aufgetragen; farbige Glaceleder werden lediglich mit Talkum eingestreut und die Leder durch Plüschen geglänzt.

Peccary-Leder sind chromgare, weiche waschbare Handschuhleder mit stark ausgeprägter Papillenbildung hergestellt aus der Haut des südamerikanischen Nabelschweins Peccary oder Wasserschweins Carpincho.


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lederarten/handschuhleder.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 11:59 (Externe Bearbeitung)