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Äscher Aufgaben des Äschers

Verfahrensbeschreibung Äscher

Von den geweichten Häuten werden die Haare und die äußerste Oberhaut entfernt. Gleichzeitig erfolgen Hautaufschluß und Quellung; diese sind je nach Rohware und herzustellenden Leder unterschiedlich intensiv.

An Chemikalien werden überwiegend eingesetzt: Kalk, Schwefelnatrium und Natriumsulfhydrat und Thioalkohole, die haarzerstörend wirken. Spezielle Hilfsstoffe können haarerhaltend wirken.

Verwendete Gefäße: Haspel, Mischer und Fässer.

Das Ergebnis ist die haarlose, aufgeschlossene Haut, die sogenannte Blöße.

Der Ablauf des Äschers ist gekennzeichnet durch einen pH-Wert von 12 bis 13 und organische Inhaltsstoffe; sie bestehen praktisch aus Eiweißresten der Haare und der Haut, neben geringen Bestandteilen von emulgiertem Fett; eingesetzt werden meist Alkali, Kalk und Sulfide.

Die Konzentration ergibt einen hohen Sauerstoffbedarf (siehe Tabelle).

Der Wasserverbrauch liegt mit 2 maligem Spülen bei ca. 9 cbm/to Rohware.

Der Äscher:

Nach der Weiche haben wir nun ein Hautmaterial - wobei es unerheblich ist, von welcher Tierart - vorliegen, das seinen natürlichen (natürlich bedeutet: wie nach dem Abzug) Quellungszustand, seinen natürlichen Wassergehalt und seine natürliche Weichheit und Geschmeidigkeit besitzt. Es ist von Schmutz, Dung, Blut und Konservierungsmitteln befreit. Haare mit der Oberhaut sowie das Unterhautbindegewebe sind noch vorhanden. In der Lederhaut befinden sich noch die nichtledergebenden Eiweißstoffe sowie Fettstoffe.

Wollten wir dieses so vorliegende Hautmaterial gerben, wobei es unerheblich ist, von welcher Tierart es stammt, würden wir ein hartes, brüchiges Produkt erhalten, an dem noch zusätzlich die Haare und die Oberhaut haften. Wir müssen daher das geweichte Hautmaterial, bevor wir es der Gerbung unterziehen, durch Einschaltung eines Prozesses zur Gerbung vorbereiten, damit das dann entstehende Produkt als Leder mit seinen uns bekannten, vielseitigen Eigenschaften angesprochen werden kann. Wir müssen also zur Vorbereitung auf die Gerbung das Hautmaterial äschern.

(Die Qualitätsmerkmale, die am fertigen Leder so geschätzt werden, sollen durch den Äscher erhalten bleiben, natürlich auch durch die nachfolgenden Prozesse der Gerbung.)

Aufgaben des Äschers:

  • Lockerung bzw. Veränderung der Haare und der Oberhaut (Epidermis), so daß diese leicht zu entfernen sind, ein Entfernen des Unterhautbindegewebes mit evtl. Fleisch- und Fettanhang
  • Entfernen der nichtledergebenden Eiweißstoffe; diese können wie alle Eiweißstoffe gegerbt werden, ergeben aber hierbei ein brüchiges Produkt, das die Ledereigenschaften stark im negativen Sinne beeinflusst.
  • Entfernen der natürlichen Fettstoffe; diese liegen in der Haut in mehr oder weniger großer enge vor, ungleichmäßig verteilt über die Fläche und Dicke der Haut; würden sie nicht entfernt werden, entstünde ein Leder von ungleichmäßigen Eigenschaften.
  • Erreichen eines mehr oder weniger starken Quellungszustandes des Hautmaterials über den Quellungszustand hinaus, der in der Weiche erreicht worden ist, denn es gilt, ohne Quellung im Äscher erhält man kein Leder von guter Qualität.
  • Erreichen eines mehr oder weniger starken Hautaufschlusses. Der Grad des Hautaufschlusses richtet sich nach der Qualität des gewünschten Leders. Unter Hautaufschluss ist folgendes zu verstehen: Eine teilweise Auflockerung der Beweglichkeit der einzelnen Fasern gegeneinander im Fasergefüge der Haut sowie eine Vermehrung der gerbaktiven Gruppen, d. h. derjenigen Gruppen, mit denen sich der Gerbstoff dann im Verlauf der Gerbung verbindet.

Alle Ziele dieser Einzelprozesse werden durch die Behandlung der Haut mit einem einzigen chemischen Prozess, dem Äscherprozess erreicht. Es ist nun die Kunst des Gerbers, die beim Äscher zum Einsatz gelangenden chemischen Substanzen in ihrer Wirkung gegenseitig so abzustimmen, daß die gewünschte Qualität des Leders erreicht wird.

Wiederverwendung von Äscherbrühen

Viele Untersuchungen wurden in der letzten Zeit durchgeführt, um gebrauchte Äscherbrühen wieder einzusetzen. Es hat sich gezeigt, dass dieser Weg grundsätzlich geht, aber praktisch viele Unsicherheitsfaktoren besitzt.


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lederherstellung/aescher/aescher.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 15:33 (Externe Bearbeitung)