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3. die Zurichtung als Oberflächenveredelung Oberflächenlackierung des Leders

Zurichtung

Die Zurichtung Sie erfolgt durch das Aufbringen von Schichten aus Kunststoffen, die Pigmente oder auch lösliche Farbstoffe enthalten können. Zur Herstellung von Semianilinledern werden die Zurichtschichten auch leicht angefärbt.

Die Aufgaben der Zurichtung sind:

  1. der Schutz der Lederoberfläche gegen chemische und mechanische Beeinflussungen,
  2. die Erzielung einer gleichmäßigen Oberflächenfärbung mit unterschiedlichen Glanzstufen,
  3. die Erzielung besonderer modischer Effekte auf der Lederoberfläche.
  4. Der Einsatzbereich der Leder wird vergrößert, und in vielen Fallen steigt der Gebrauchswert.

Aufbau der Zurichtung

Der Aufbau der Zurichtung, die in mehreren sehr dünnen Schichten aufgebracht wird, entspricht in etwa dem Aufbau der ursprünglichen Oberhaut. Die Grundierungsschichten müssen weich eingestellt sein und in die Oberfläche des Leders teilweise eindringen, um eine feste Verankerung zu gewährleisten. Alle weiteren Schichten werden eine immer härtere Einstellung haben, je weiter sie in den Finish-Bereich kommen. Eine Verdichtung der Schichten in sich und der Gesamtzurichtung erfolgt durch Bügelprozesse. Dabei können auch Prägungen des Narbens (Krokodilnarben usw.) vorgenommen werden. Entscheidend ist, dass die innere Bindung zwischen den Schichten der Zurichtung vollständig ist, was nur dann erfolgen kann, wenn die auf dem Leder bereits vorhandene Schicht sich von dem nächsten Auftrag anquellen oder anlösen läßt. Die Gesamteinstellung der Zurichtung muß zu den vorhandenen Ledereigenschaften passen und auf den Verwendungszweck des Leders abgestellt sein. Dazu gehört auch die richtige Auswahl der Zurichtsubstanzen, wobei eine Normalzurichtung in der Grundierung sich auf Polybutadien, Polyacrylnitrile usw. aufbaut, während die Finish-Schichten aus Zellulosenitrat (Nitrozellulose) bestehen. Das auf der Lederoberfläche erst ausreagierende Polyurethan nimmt eine Sonderstellung bei den Zurichtstoffen ein, da die daraus hergestellten Deckschichten hohe Echtheiten aufweisen.

Auftrag von Zurichtmittel

Der Auftrag der Zurichtmittel kann aus wässriger Emulsion oder aus einer Lösung in organischen Lösungsmitteln erfolgen. Zu beachten ist auch, daß die Zurichtstoffe nach innerer und äußerer Weichmachung unterschieden werden können. Wenn die Zurichtungen mit äußerer Weichmachung direkt mit dem Leder in Berührung kommen - ohne eine Sperrschicht von Zurichtstoffen mit innerer Weichmachung -, dann können die äußeren Weichmacher in das Leder eindringen, so daß die zurückbleibende Zurichtschicht verhärtet. Die Anfärbung der einzelnen Zurichtschichten kann nach der Farbe und deren Intensität unterschiedlich sein. Wichtig ist, daß die Finish-Schicht möglichst keine löslichen Schönungsfarbstoffe enthält, die zur späteren Migration neigen können. Je dicker die Zurichtung ist, z.B. bei der Fertigstellung korrigierter Leder oder Spaltleder, um so mehr ist sie durch ihre innere Festigkeit als Eigenindividuum anzusehen.


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lederherstellung/zurichtung/3_die_zurichtung_als_oberflaechenveredelung_oberflaechenlackierung_des_leders.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 15:32 (Externe Bearbeitung)