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Griffeigenschaften des Leders

Griffeigenschaften des Leders

Eine wichtige und oft sogar entscheidende Rolle für eine Kaufentscheidung spielt der Griff des Leders. Neben dem Aussehen, meist auch über den Geruch, sucht der Mensch durch das direkte Gefühl zu dem Leder oder dem daraus gefertigten Gegenstand eine Beziehung zu bekommen, die seinen Vorstellungen entsprechen muss. Jeder Lederhersteller und besonders die Zurichter müssen sich dieser Tatsache stellen und darauf achten, dass weder vom Gesamtprodukt noch von seiner Oberfläche her diese gefühlsmäßige Brücke zum Leder gestört wird. Je näher der Mensch mit dem Leder in Berührung kommt (bei der Bekleidung,den Ledermöbeln usw.), kommen auch geschlechtsspezifische Vorstellungen hinzu, die die Auswahl des Leders (Ziegenleder ist ein mehr männliches, Lammleder ein mehr weibliches Bekleidungsmaterial) in starkem Maße beeinflussen. So wurden für diese nicht mit Geräten - und schon gar nicht in den vorliegenden Abstufungen - prüfbaren Eigenschaften außerordentlich viele Begriffe geprägt, die die unterschiedlichsten (von der Ledererfahrung, vom Gefühl, der jeweiligen Gemütslage usw. abhängigen) Interpretationen zulassen. Während Stand und Sprung mehr für den Verarbeiter eine Rolle spielen, werden Fülle, Weichheit und ebenso der trockene oder schmalzige Griff von der Mode bestimmt. Für eine legere Mode werden Softyleder verwendet. Eleganz verlangt glatte Oberflächen, wie z. B. bei der Verarbeitung der bei der ersten Berührung als flach zu bezeichnenden Leder vom Typ des echten (zweibadgegerbten) Chevreaus. Auch die Frage, ob die Lederoberfläche kalt oder warm aussieht und bei dem ersten Kontakt auch so erscheint, ist von größter Bedeutung. Für den Handschuhmacher ist weiterhin die Zügigkeit wichtig, so dass das Leder auf keinen Fall gummiartig sein darf. Bei stabileren Ledern, wie Blank-, Fahl- und Sohlenledern werden Biegsamkeit und Elastizität zu prüfen sein. Gerade die Prüfungen dieser letztgenannten Leder erfordern aber den Hinweis, dass alle hier aufgeführten Untersuchungen auch dem Ledertyp und seinen Eigenschaften entsprechen müssen, d. h. es ist z.B. sinnlos, ein stabiles Sohlenleder scharf abzuknicken, oder andererseits Oberleder mit der Schlüsselprobe so lange überzustrapazieren, bis das Leder endlich doch nachgibt.

Für den Lederfachmann kommen noch weitere Prüfungen hinzu, die sich auf den Narben des Leders beziehen, d. h. ob der Narben fest aufsitzt oder ob beim leichten Falten des Leders eine übermäßige WeIIigkeit im Narben eine Neigung zur Losnarbigkeit erkennen lässt. Auch die Frage nach einer eventuellen Doppelhäutigkeit bei bestimmten Hautarten und nach der z. B. bei Schafledern auftretenden Rippigkeit wird ebenfalls bei der Prüfung des Ledergriffes zu beantworten sein.


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lederpruefung_lederbeurteilung/griffeigenschaften_des_leders.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 12:00 (Externe Bearbeitung)