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Herstellung von alterungs- und verarbeitungsbedingten Veränderungszuständen der Zurichtung

Herstellung von alterungs- und verarbeitungsbedingten Veränderungszuständen der Zurichtung:

Herstellung von alterungs- und verarbeitungsbedingten Veränderungszuständen der Zurichtung. Große Bedeutung kommt in der modernen Zurichttechnik der Alterungsprüfung von Lederdeckschichten zu. Die bisher angewandten Verfahren der Wärmealterung, wie sie auch in der DIN 53303 T1 unter Abschnitt B beschrieben werden, B1 3 Tage Lagerung bei 70°C bzw. B2 7 Tage Lagerung bei 50°C, werden in ähnlicher Weise auch in der VESLIC-Methode C 1410 genannt, wobei die Leder für zehn Tage bei (50 ±2) °C und (55 ±2) % relativer Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden.

Diese Alterungsmethoden haben durch die Arbeit von W. Würtele eine theoretische Erklärung gefunden, die die Richtigkeit der in der Prüfpraxis angewandten Verfahren bestätigt. Danach kommt es zu der Bildung eines Zurichtfilmes aus der Lösung, wenn die Konzentration der Lösung die Löslichkeit der Substanzen in dem betreffenden Lösungsmittel überschreitet. Sie ist beendet, wenn das lösende Agens vollständig verschwunden ist. Da die normale Ledertrocknung im Trockenkanal der Zurichtung nicht ausreicht, muss eine zusätzliche Wärmealterung eingeschaltet werden, wenn die Zurichtung sofort höchsten Beanspruchungen ausgesetzt werden soll. Durch diese Erwärmung müssen auch die Reste der Lösemittel aus der Zurichtung zu entfernen sein. Nach einer Rückklimatisierung weist die Zurichtung dann die ihrer Zusammensetzung und ihrem Aufbau entsprechenden Echtheiten auf. Der Ablauf der Filmbildung aus der Dispersion verläuft nach Würtele in drei Stufen.

Aus der Verlaufphase mit noch niederer Viskosität erfolgt ein Übergang in die hochviskose Phase, bei der bereits eine Vororientierung der den Film bildenden Teilchen stattfindet. Im Endstadium wird in der Trockenphase der Polymerfilm ausgebildet, der eine Partikularwabenstruktur aufweist. Die vollständige Trockenstufe kann aber nur mit erheblicher Energiezufuhr - Wärmealterung - erzwungen werden. Dann ist auch die vollständige Filmbildung erreicht, d. h. die Teilchen berühren sich an allen Seiten praktisch lückenlos mit dem Ergebnis der optimalen Festigkeit. Es sind dann die bei dieser Filmzusammensetzung maximalen Echtheitswerte erreicht. Die Versuche im Rahmen dieser Arbeit haben gezeigt, dass eine Lagerung bei Raumtemperatur auch nach zwölf Tagen keine Verbesserung der Echtheiten brachte, wobei vor allem das Verhalten bei Einwirkung von Wasser interessierte. Erst eine Erhöhung der Lagertemperatur mit gleichzeitiger Verkürzung der Zeit brachte bei 60°C / 24 Stunden, 100 °C /6 Minuten, 140 °C / 5 Minuten und 350 °C / 15 Sekunden die erforderliche Resttrocknung des Zurichtfilmes und vergleichbare Echtheitsverbesserungen.


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lederpruefung_lederbeurteilung/probenvorbereitung_normalklimate_pruefzustaende_alterungsmethoden/herstellung_von_alterungs-_und_verarbeitungsbedingten_veraenderungszustaenden_der_zurichtung.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 15:34 (Externe Bearbeitung)