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lederpruefung_lederbeurteilung:stichausreissfestigkeit

Die Stichausreißfestigkeit:

Die Prüfung der Stichausreißfestigkeit spielt vor allen Dingen für die festeren Lederarten eine wichtige Rolle, die der Prüfung der Weiterreißfestigkeit bei Flächenledern gleichzusetzen ist.

Auch hier ist es so, dass die Werte von Zugfestigkeit und Stichausreißfestigkeit keine unbedingte Parallele zeigen und dass die Aussagen, die diese beiden Prüfungen zulassen, es erfordern, dass zu einer Gesamtbeurteilung des Leders beide Prüfungen durchgeführt werden.

Abb. 33: Probekörper zur Bestimmung der Weiterreißfestigkeit

Bei der Stichausreißfestigkeit tritt in besonders starkem Maße die Beanspruchung der Einzelfaser in den Vordergrund, da der Dorn bei der Ausreißprüfung praktisch eine Faser nach der anderen zerreißt. Es wird nicht wie bei der Zugfestigkeitsprüfung das Gefüge als ganzes erfasst, so dass sich Schwächungen der Fasern durch Versprödung, Übergerbung usw. durch die Stichausreißkraft besonders deutlich zeigen.

Zur Bestimmung der Stichausreißkraft werden zwei Methoden eingesetzt.

Einmal wird in den Probekörper ein Langloch eingestanzt, durch das zur Prüfung ein entsprechender Flachdorn gegeben wird (DIN 53331), während bei der anderen Methode lediglich ein Durchstich mit einer Nadel erfolgt, ohne dass das Leder eigentliche Verletzungen der Faser erfährt.

Wie Baumann gezeigt hat, bestehen zwischen den beiden angewandten Methoden Unterschiede in den Werten. Auch hier muss also im Prüfbericht die Prüfmethode unbedingt angegeben werden. Aus der Tabelle 8 ist weiterhin zu ersehen, dass die Zugfestigkeit und die Weiterreißfestigkeit zwei Extreme bilden, zwischen denen die Werte für die Stichausreißfestigkeit liegen.

Bestimmung der Stichausreißkraft:

Dieses Verfahren, das auch in der DIN 53331 beschrieben ist, hat bisher keine internationale Festlegung (als IUP) erfahren. Es wird die Höchstkraft bestimmt, die erforderlich ist um einen Flachdorn aus einem vorher in den Probekörper eingestanzten Langloch auszureißen. Dazu sind drei Probekörper klimatisierte Probestücke zu verwenden die parallel zur Rückenlinie ausgeschnitten worden sind. Bei der Entnahme von Probekörpern aus einem Leder, dessen Lage in der Haut nicht bekannt war, sind die Proben senkrecht zueinander auszustanzen. Der Probekörper muss bereits beim Ausschneiden mit einem Langloch versehen werden (Abb. 34).

Geräte:

Es ist eine Zugprüfmaschine nach DIN 51220 und der Prüfkraftanzeige der Klasse 1 nach DIN 51221 T1 zu verwenden. Der Kraftmessbereich ist so zu wählen, dass die Stichausreißkraft nicht in das erste Fünftel des Messbereiches fällt. Die Einspannvorrichtung und der Flachdorn haben Abb. 34 zu entsprechen.

Durchführung der Prüfung:

Der vorbereitete Probekörper wird in der Einspannvorrichtung mit dem Flachdorn befestigt. Die Abzugsgeschwindigkeit der Klemme beträgt (100 ± 10) mm/min. Der Versuch wird bis zum Ausreißen des Probekörpers durchgeführt. Die Stichausreißkraft wird auf 1 N gerundet als Mittelwert angegeben. Sind die Probekörper in verschiedenen Richtungen zueinander entnommen, so hat ein Hinweis zu dem erhaltenen Mittelwert zu erfolgen. Die Stichausreißfestigkeit, bezogen auf die Dicke, ist zusätzlich ebenfalls als Mittelwert anzugeben.

Abb. 34: Einspannvorrichtung der Stichausreißfestigkeit und Probekörper


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lederpruefung_lederbeurteilung/stichausreissfestigkeit.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 12:01 (Externe Bearbeitung)