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rohhaut_rohware:rohhautgewinnung

Rohhautgewinnung und Abzug der Haut

Die tierische Haut fällt als Nebenprodukt der Fleischgewinnung an. Wichtig ist, dass das Tier nach dem Töten gut ausgeblutet ist und dass das Abziehen möglichst umgehend erfolgt. In den meisten Fällen wird die Haut dazu entlang der Klauen aufgeschnitten und von dort der Bauchschnitt geführt, um eine möglichst große Nutzfläche zu erhalten, bei der die lockereren und abfälligeren Teile der Haut in die Randzonen gelegt werden. Das Abziehen der Haut wird dadurch erleichtert, dass sich das lockere Unterhautbindegewebe als Zwischenschicht zwischen Lederhaut und Körper des Tieres befindet. Diese Unterhaut muss durchtrennt werden, ohne dabei in irgendeiner Weise die Schichten der Lederhaut zu berühren oder zu beschädigen. Es entstehen sonst Fleischerschnitte, die eine Wertminderung des Fertigleders bedeuten.

Gewinnung der Rindhaut

Folgendes gilt nur für die Gewinnung der Haut des Rindes, denn für die Gewinnung der Häute und Felle anderer Tiere gibt es keine festgelegten Regeln. Es wird bezüglich des Schlachtens bei letzteren Tierarten nur gefordert, dass dieses schmerzlos und so schnell wie möglich geschieht.

Vor dem Schlachten soll das Vieh zunächst gewaschen und von anhaftendem Schmutz befreit werden. Alsdann erfolgt die Betäubung des Tieres, bei Rindern häufig durch „Schießen“, im Verlauf dessen in die Stirn des Rindes ein Loch geschlagen wird. Bei Schweinen erfolgt häufig das Betäuben durch elektrischen Stromstoß. Anschließend lässt man durch öffnen der Halsschlagader oder durch Abtrennen des Kopfes, nachdem man das Tier an den Hinterbeinen aufgehängt hat, das Tier ausbluten.

Abzug der Haut Hautabzug

Zum Abtrennen der Haut besteht nur bei Großvieh eine festgesetzte Schnittführung zum Erhalt der zweckmäßigsten Hautfläche, d.h. einer Hautfläche, die im Verlaufe der Lederherstellung so eben wie möglich ausgearbeitet werden kann, und einer Form der Hautfläche, die beim Ausstanzen von Einzelteilen für die Lederartikelherstellung einen möglichst geringen Verschnitt gibt. Regel des Aufschneidens: Ein Längsschnitt verläuft über Hals, Brust und Bauch bis zum Schwanz. An den Hinterbeinen wird der Schnitt an der Innenseite, an den Vorderbeinen an der Außenseite derselben geführt. Diese Schnittlinien an den Gliedmaßen müssen senkrecht zur Längslinie auftreten. Die hier geschilderte Reihenfolge der Schnittführung entspricht jedoch nicht der Praxis, im allgemeinen wird mit dem Aufschneiden der Haut an den Gliedmaßen begonnen.

Der Abzug der Haut erfolgt durch Durchtrennen des Unterhautbindegewebes mit dem Messer (Gefahr der Entstehung von Fleischerschnitten, besonders dadurch, da diese Arbeit im Akkord und oft von ungelernten Kräften durchgeführt wird), mit der Handabzugsmaschine, die heute auch noch Verwendung findet, aber mehr und mehr mit einer Abzugsmaschine, die es ermöglicht, die Haut im Ganzen von dem Tier abzuziehen.So ist es möglich, praktisch schnittfehlerfreie Häute zu erhalten.


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rohhaut_rohware/rohhautgewinnung.txt · Zuletzt geändert: 2012/03/04 11:59 (Externe Bearbeitung)